Angepinnt Alufelgen - Was muss ich wissen?!

      Alufelgen - Was muss ich wissen?!

      1. Einleitung

      Dies soll ein kleiner Überblick zum Thema Alufelgen sein. Die Frage, welche Alufelgen man aufs Auto ziehen soll, kann oder auch darf, findet sich ja ziemlich häufig wieder. Deshalb möchte ich an diese Stelle mal einen kleinen Leitfaden für die Einsteiger und Neuankömmlinge hier zusammenstellen.

      2. Grundbegriffe

      Um zu verstehen, wovon hier überhaupt die Rede ist, sollte man als erstes die wichtigsten Begriffe klären, die im Zusammenhang mit dem Thema Alufelgen früher oder später fallen werden. Am wichtigsten sind hier natürlich die diversen Maße der Felgen, sowie der Reifen.

      Felgen gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Breiten. Diese wird in folgender Form zusammengefasst:
      7Jx15 ET 37
      "7J" bezeichnet die Breite der Felge, also die Fläche, auf der später der Reifen sitzt. Von ihr ist auch die spätere Reifenbreite abhängig. "15" bezeichnet die Größe der Felge, in diesem Fall also 15 Zoll.
      Ein weiteres Maß der Felge ist die so genannte Einpresstiefe, kurz ET. Eine recht gute Erklärung zu diesem Begriff findet sich unter folgendem Link: de.wikipedia.org/wiki/Einpresstiefe.
      Ohne dort jede Einzelheit verstanden zu haben kann man es aber auch grob wie folgt ausdrücken:
      Je größer die ET einer Felge, desto weiter innen liegt diese im montieren Zustand am Fahrzeug. Eine 7J breite Felge mit einer ET von 24 steht also weiter nach außen, als eine 7J Felge mit ET 37. Je breiter eine Felge ist und je kleiner die ET wird, desto höher ist auch die Gefahr, das der Platz zwischen Kotflügelkante und Felge/Reifen nicht mehr ausreicht, so das es schleift, aber dazu später mehr.

      Der Reifen besitzt eine ähnliche Bezeichnung, wie es bei den Felgen der Fall ist:
      195/50R15
      "195" bezeichnet die Breite des Reifens, sie gibt die Breite der Lauffläche an, in diesem Fall also 19,5cm. "50" bezeichnet die Höhe der Reifenflanke, sie ist eine Prozentangabe. Beim Beispiel hat die Flanke also eine Höhe von 50% der Breite (19,5cm/2). "R15" bezeichnet die Größe der Felge, auf welche der Reifen passt. In diesem Fall passt der Reifen also auf eine 15 Zoll-Felge. Unser Reifen würde folglich gut auf unsere Beispielfelge passen.

      Zu jeder Felge gehört auch immer ein passendes Gutachten. Dies kann entweder eine ABE sein, ein Teilegutachten oder ein Materialgutachten. Sollte man beispielsweise zu gebrauchten Felgen kein Gutachten dazu bekommen, kann man diese auch vom Hersteller beziehen (Internet, Postweg).
      Eine ABE erspart den Weg zur Prüfstelle, sie enthält eine Freigabe für ein oder mehrere Fahrzeuge, das heißt die Felgen können montiert und gefahren werden, ohne zusätzliche Abnahme und Kosten. Die ABE muss nur immer mitgeführt werden.
      Ein Teilegutachten ist ähnlich der ABE, dort werden genauso spezifische Fahrzeuge aufgeführt, allerdings muss die betreffende Felge nach dem montieren noch zusätzlich von einer Prüfstelle abgenommen werden. Dies ist meist der Fall, da je nach Fahrzeug noch zusätzliche Dinge, wie bördeln oder Distanzscheiben benötigt werden. Was wirklich erforderlich ist, hängt aber von dem einzelnen Fahrzeug selbst ab und kann deswegen nicht verallgemeinert werden. Hier ist es am besten, die Felgen zu montieren und entweder von einem Prüfer oder Fachmann ansehen zu lassen. Der kann auch genau sagen, was wirklich notwendig ist.
      Ein Materialgutachten hingegen sagt nur etwas über die Beschaffenheit der Felgen aus. Es gibt an wie belastbar sie ist und das sie geprüft wurde. Dieses Gutachten enthält allerdings keine fahrzeugspezifischen Daten. Damit ist jedoch eine Einzelabnahme möglich, die zwar ein paar € mehr kostet (ca. 70€ nach meinen Erkenntnissen), aber auch problemlos durchführbar ist.
      Man sollte ein Gutachten immer ausführlich lesen, es gibt auch ABEs, in denen ausdrücklich eine Abnahme verlangt wird, also Vorsicht dabei :wink:

      3. Welche Felgen kann ich kaufen?

      Dies ist eine Frage, bei der die meisten Händler einem oft einen vom Pferd erzählen. Viele Händler haben nur Felgen im Programm, die auch eine passende ABE zum gesuchten Fahrzeug haben. Das heißt aber noch lange nicht, daß man nicht auch andere Felgen bekommen kann. Die meisten sind wahrscheinlich einfach nur zu faul, beim Hersteller die passenden Größen anzufragen. Deshalb gilt grundsätzlich: Wenn euer Händler euch sagt, es gibt beispielsweise keine "größeren" Felgen für euer Auto, muss das noch lange nicht so sein. Viele Hersteller fertigen Felgen mit den passenden Daten zB auf Anfrage als Einzelanfertigung. Man muss halt nur einen Händler finden, der so kompetent ist und das auch managen kann. (Nein, ATU ist NICHT kompetent) Eine weitere Möglichkeit wäre eine Bestellung im Internet oder direkt bei einem der Felgenhersteller.

      Es gibt zwei wichtige Daten, anhand welchen man passende Felgen für sein Auto ordern kann:
      a) Lochkreis
      b) Zentrierung

      Der Lochkreis eines Fahrzeugs ist ein gedachter Kreis durch die Bohrlöcher der Felge (Erklärung Lochkreis). Der Colt CJ0/CA0 hat beispielsweise einen Lochkreis von 4x100. Das heißt es sind 4 Löcher vorhanden, die auf einem gedachten Kreis mit dem Durchmesser 100mm liegen.
      Jede Felge besitzt außerdem eine Mittenbohrung, auch Zentrierung genannt, welche das Rad auf der Nabe mittig fixiert. Einfach ausgedrückt: das große Loch in der Mitte. Hierbei ist besonders auf genaues Pass zu achten, da der TÜV sonst mit dem Kopf schüttelt und euch wieder nach Hause schickt.. ohne Eintragung :wink: Beispiel Colt CA0/CJ0: Diese besitzen beide eine Zentrierung von 56,1mm. Jetzt könnte man denken, es gibt ja auch Felgen mit einer Zentrierung von 57,1(zB VW), passt ja sicher auch. Falsch! Die Zentrierung muss exakt passen, für den TÜV-Segen. Netter Weise haben einige Hersteller variable Zentrierungen an ihren Felgen verbaut. Dies geschieht mittels austauschbaren Zentrierringen. Bei einem Fahrzeugwechsel (gleicher Lochkreis, andere Zentrierung) müsste man also nur vom Hersteller einen neuen Zentrierring besorgen und könnte die Felgen auch auf dem neuen Fahrzeug benutzen.

      4. Was ist bördeln?

      "Bördeln" bezeichnet das Umlegen der Kotflügelkanten. Schaut man sich das Radhaus von innen an, so kann man feststellen, das in den meisten Fällen eine Kante Richtung Fahrzeuginneres ragt. Diese Kante kann jedoch ab einer gewissen Breite von Reifen und Felgen problematisch werden. An ihr schleifen dann im eingefederten Zustand (zB in schnell gefahrenen Kurven) Die Reifen und können so Schaden nehmen. Deshalb muss diese Kante "weggeklappt" werden, um dies zu vermeiden. Diesen Vorgang bezeichnet man als "bördeln". Wird man allerdings zu breit, kann es passieren, das bördeln allein nicht mehr genug Platz schafft. Dann muss der Kotflügel gezogen werden, das heißt das Blech muss weiter nach außen "gebogen" werden. In einem geringen Maß ist dies (wenn von einem Profi ausgeführt) ohne Lackierarbeiten möglich, muss jedoch mehr gezogen werden, kommt es zu unschönen Rissen im Lack und es muss lackiert werden.

      5. Brauche ich Distanzscheiben?

      Distanzscheiben sind ein gängiges Mittel, um eine Felge weiter Richtung Fahrzeugaußenkante zu bringen. In vielen Fällen wird dies einfach nur für eine "bessere" Optik verwendet (breite Spur), in manchen Fällen ist sie aber auch notwendig. Ist die ET einer Felge für das entsprechende Fahrzeug zu hoch, kommt die innere Kante der Felge der Achsaufhängung zu nahe. Dies kann zur Folge haben, daß der Reifen an der Aufhängung schleift, was dem TÜV natürlich mal wieder nicht gefällt. 5mm sollten mindestens zwischen Reifen und Aufhängung liegen. Besonders am Heck sollte man darauf achten, vorn ist es meist unproblematischer. Was manchmal auch schon hilft, ist eine andere Reifenmarke/Reifenmodell. Jeder Reifen hat eine individuelle Gesamtbreite (nicht zu verwechseln mit der Lauffläche von oben!), wenn man also einen schmalen Reifen hat, kann man dieses Problem auch so lösen. Greift man zur Spurverbreiterung, sollte man darauf achten, eine Spurverbreiterung zu verwenden, die nicht zu breit ist. Sonst könnte es sein, das man in einen Bereich kommt, bei dem bördeln oder gar ziehen der Kotflügel notwendig wird, wie in Punkt 4 beschreiben.

      6. Welche Reifen passen zu meinen Felgen?

      Welche Reifen ihr auf die Felgen eurer Wahl ziehen könnt, hängt zum einen von der Größe der Felgen ab und ist meist auch in den Gutachten vermerkt. Zum anderen ist es auch abhängig von der Ausgangsgröße die euer Fahrzeug hat. Wichtig ist hierbei der so genannte Abrollumfang. Er gibt an, wie viel Weg ein Reifen zurückgelegt hat, wenn er sich einmal komplett gedreht hat. Hat man nun bei den neuen Reifen eine zu große Abweichung, wirkt sich das auf den Tacho aus, da dieser auf einen bestimmten Abrollumfang eingestellt ist und somit mit den anderen Reifen eine falsche Geschwindigkeit misst. Klingt zum Glück komplizierter als es ist, es gibt ja nette Hilfsmittel, mit denen man prüfen kann, ob der neue Reifen zum Fahrzeug passt oder ob eine andere Größe gewählt werden muss. Entscheidend sind hierbei die Flankenhöhen des Reifen. Durch angleichen der Flankenhöhe, lässt sich der Abrollumfang variieren. Um nicht irgendwelche komplizierten Rechnungen selber machen zu müssen, hat der schlaue Nutzer ja das Internet. Dort findet man diverse so genannte „Felgenrechner“, mit denen das sehr einfach geht.
      jennyxxx.de/
      Auf dieser Seite findet man den wohl bekanntesten Felgenrechner, dort kann man auch sehr schön mit der ET der Felgen spielen, um sich alles zu veranschaulichen. Im unteren Teil gibt man nun als erstes eine der im Fahrzeugschein aufgeführten Reifenkombinationen ein (zB Colt CJ0: 185/60R14). Nun schaut man nach der gesuchten Reifengröße, welche zu unseren neuen Felgen passt (zB 195/50R15). Hat man alles eingegeben, zeigt einem die Seite an, wie groß die Abweichung zu den Originalreifen ist. Dies ist ein negativer Prozentwert, wenn alles richtig gemacht wurde. Dieser darf maximal -6% betragen, ist es mehr, verlangt der TÜV höchstwahrscheinlich eine Überprüfung des Tachos mit den neuen Felgen/Reifen. Wird der Wert positiv geschieht das gleiche. Die Abweichung darf sich also in einem Bereich von 0 bis -6% bewegen, dann habt ihr auch die passende Reifengröße für euer Fahrzeug gefunden. :wink: Bei unserem Beispiel liegt die Abweichung also bei -0,28 %, perfekt!


      7. Nützliche Links

      Weitere Infos zum Thema Felgen: coltmania.de/forum/viewtopic.php?t=9260
      (inklusive Bördel-FAQ mit passenden Erfahrungswerten, welche Felgengrößen auf welches Fahrzeug geht)
      Spurverbreiterungen für fast alle Fahrzeuge: spurverbreiterung.de

      8. Übersicht Felgendaten – Fahrzeug

      Modell – Lochkreis – Zentrierung

      Colt C50 – 4x114,3 – 67,1 (+Lancer)
      Colt CA0 – 4x100 – 56,1 (+Lancer)
      Colt CJ0 – 4x100 – 56,1 (+Lancer)
      Colt Z30 – 4x114,3 – 67,1

      Galant E50 – 4x114,3 – 67,1
      Galant EA0 – 4x114,3 – 67,1
      MfG Matze

      "Wir trinken Bier nur an Tagen die mit 'g' enden. Und Mittwochs"
      Ich bin mal so frei und hänge daihatsu mit dran

      Lochkreis: 4x100 - Mittenloch: 56
      Charade G1xx
      Applause

      Lochkreis: 4x100 - Mittenloch: 54,10
      Charade G200,
      Grand Move,
      Cuore L701, L251
      Move L901
      Sirion I,
      Sirion II,
      Copen
      YRV

      Lochkreis: 4x110 - Mittenloch: 60,0
      Cab 1000 / Sparcar (S65 / S75)
      Cuore L55/L60 (?)
      Charade G10
      Charade G11 (Umbau auf 4x100 wie beim Charade G100 möglich ?)

      Lochkreis: 4x110 - Mittenloch: 66,6
      Cuore L80,L201,L501
      Move L601
      Hijet S85/S86 (1988-200x )

      Lochkreis: 4x114,3 - Mittenloch: 60
      Charmant

      Lochkreis: 5x114,3 - Mittenloch: 66,6
      Terios J 100

      Lochkreis: 5x114,3 - Mittenloch: 66,5
      Terios CX

      Lochkreis: 5x139,7 - Mittenloch: 107,5
      Wildcat
      Rocky
      Feroza
      Freeclimber

      Lochkreis: 5x139,7 - Mittenloch: 110
      Rocky F 78
      Gruss Rene
      :spos: DER VOLLSTRECKER DER STRASSEN KÖLN´S :spos:


      daihatsu team cologne
      So bedeutet die Aufschrift 185/65 R 15 85 H folgendes:
      185 bedeutet: Die Lauffläche des Autoreifens ist 185 mm breit
      65 gibt das prozentuale Verhältnis von Flankenhöhe zu Reifenbreite an; in unserem Beispiel beträgt die Flankenhöhe 120 mm. Fehlt diese Zahl, also z.B. bei einer Reifenbezeichnung von 155 R 15, so ist dieses Verhältnis 80 %.
      R kennzeichnet die radiale Bauweise der Reifenkarkasse.
      - kennzeichnet die diagonale Bauweise der Reifenkarkasse.
      15 gibt den notwendigen Felgendurchmesser für diesen Reifen in Zoll an.
      85 ist der Tragfähigkeitsindex, in diesem Beispiel 515 kg.
      H ist der Geschwindigkeitsindex (s. unten) und gibt die max. erlaubte Geschwindigkeit an, in diesem Beispiel 210 km/h.


      Der Tragfähigkeitsindex, auch Lastindex (LI) genannt, gibt bei Autoreifen die zulässige maximale Achslast in Kilogramm an. Die zulässige ertragbare Last für den Reifen hängt in hohen Geschwindigkeiten zusätzlich vom Geschwindigkeitsindex und der Geschwindigkeit ab. Beispiel: V Reifen bei 235 km/h nur 95% der im LI spezifizierten Last. Der erlaubte Wert kann auf dem Reifen abgelesen werden. Ein Reifen mit höherem Wert darf verwendet werden.

      genaue Tabelle mit Tragfähigkeitsindexen



      Der Geschwindigkeits- oder auch Speed Index ist wie folgt kodifiziert:
      A1 = 5 km/h,
      A8 = 40 km/h,
      B = 50 km/h,
      C = 60 km/h,
      D = 65 km/h,
      E = 70 km/h,
      F = 80 km/h,
      G = 90 km/h,
      J = 100 km/h,
      K = 110 km/h,
      L = 120 km/h,
      M = 130 km/h,
      N = 140 km/h,
      P = 150 km/h,
      Q = 160 km/h,
      R = 170 km/h,
      S = 180 km/h,
      T = 190 km/h,
      U = 200 km/h,
      H = 210 km/h,
      VR = >210 km/h,
      V = 240 km/h,
      ZR = >240 km/h,
      W = 270 km/h,
      Y = 300 km/h.
      Das Kürzel ZR gilt generell für Reifen über 240 km/h und ist oft noch mit einem Zusatz versehen. Beispiel: 225/45 ZR 17 Y.
      “Now, I am become Death, the destroyer of worlds."
      Oppenheimer, 16.7.1945 - 5:29:45

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