Toyota Aygo: Erster unter Gleichen

      Toyota Aygo: Erster unter Gleichen

      Der Erfolg von Toyota lässt sich an vielen Beispielen ablesen. Nicht zuletzt auch am neuen Aygo: Der ab 8 950 Euro erhältliche Kleinwagen ist zu über 80 Prozent baugleich mit dem Peugeot 107 und dem Citroen C1, aber bei den Absatzzahlen in Deutschland ist der Aygo seinen Brüdern schon deutlich davon gefahren.

      Mag sein, dass den Japanern beim Design, dem einzigen Unterscheidungsmerkmal der drei in Tschechien produzierten Fahrzeuge, der beste Mix aus jugendlicher Verspieltheit und knackigen Formen gelungen ist. Mag auch sein, dass die Deutschen Toyota mittlerweile - gestützt auf zahllose Zuverlässigkeitsstatistiken - das meiste Vertrauen entgegen bringen. Vielleicht liegt es auch an dem beschränkten Fahrzeugkontingent, das der PSA-Konzern für den deutschen Markt bereithält. Jedenfalls ist der Aygo bisher ganz klar der Erste unter Gleichen.

      Doch auch der japanische "City-Kompaktwagen" kocht nur mit Wasser und empfängt seine Insassen, wie es in dieser Fahrzeug- und Preisklasse üblich ist: mit einem eher spartanischen Armaturenbrett, unhandlichen Schiebereglern für Heizung und Klima und einem wie nachträglich aufgesetzt wirkenden Drehzahlmesser, der unbeholfen vom großen Rundinstrument über dem Lenkrad absteht. Auch die zu kurzen und zu weichen Sitze rufen den Passagieren ins Bewusstsein, dass ein Grundpreis von knapp 9 000 Euro nur durch eisernes Sparen verwirklicht werden kann. Die Verarbeitung gleichwohl bleibt dabei tadellos.

      Bei 3,41 Metern Fahrzeuglänge sind naturgemäß keine Wunder beim Platzangebot zu erwarten, doch der als Drei- und als Fünftürer erhältliche Aygo zeigt, wie sich dieser Platz ganz passabel ausnutzen lässt. Zumindest vorne muss niemand über einen Mangel an Bewegungsfreiheit klagen. Auf den hinteren Plätzen sieht die Welt dank eingeschränkter Kniefreiheit schon wieder ganz anders aus, aber für Kurzstrecken lässt es sich auch dort aushalten.

      Die Alltagstauglichkeit wird eher durch den mit 130 Litern Volumen sehr knapp bemessenen Kofferraum, der sich zudem hinter einer recht eng geschnittenen Klappe und einer hohen Ladekante verbirgt, sowie die geringe Zuladung von nur 315 Kilogramm eingeschränkt: Wenn sich drei weitere Passagiere in den Aygo zwängen, bleiben nicht mehr viel Kapazitäten für das Gepäck. Dafür überzeugt der Japan-Winzling durch Wendigkeit im Stadtverkehr und eine gute Übersicht nach vorne und hinten, die nur durch die breiten C-Säulen etwas beeinträchtigt wird. Ohnehin macht der Fronttriebler in der Stadt mit seinem quirligen 1,0-Liter-Benziner eine gute Figur. Zwar verheißen die Werte auf dem Papier mit 50 kW/68 PS Leistung und 93 Nm Drehmoment wenig Aufregendes, doch schließlich wiegt der Aygo nur 870 Kilogramm und lässt sich daher flott und handlich durch verwinkelte Innenstädte zirkeln. Für größere Aufgaben mangelt es ihm jedoch ein wenig an der Elastizität: Während der Ampelstart noch gut gelingt, gestalten sich Überholmanöver auf der Landstraße zäh. Hier muss der akustisch stets deutlich präsente Dreizylinder bei Laune - sprich: Drehzahlen - gehalten werden.

      Freude bereitet der kleine Toyota seinem Besitzer vor allem beim Sparen: Nur fünf Liter Superbenzin genehmigte sich das Triebwerk im Schnitt je 100 Kilometer, der Fiskus gibt sich mit 68 Euro Steuern pro Jahr zufrieden, lange Serviceintervalle minimieren die Werkstattaufenthalte, und auch die Haftpflicht- und Kaskoeinstufungen sind günstig ausgefallen: So verlangt beispielsweise die AXA-Versicherung für die Haftpflicht in der SF 1 moderate 410 Euro im Jahr.

      Punkten kann der Aygo auch mit einer umfangreichen Sicherheitsausstattung, die in allen Versionen neben dem obligatorischen ABS lobenswerte sechs Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer umfasst. Abgesehen davon sollte man den Grundpreis von 8 950 Euro allerdings als eher theoretische Größe verstehen, die den Kunden erst einmal ins Autohaus locken soll.

      Denn dort wird der Verkäufer dem Interessenten mitteilen, dass der günstige Basis-Aygo sich auch gegen Aufpreis weder mit einer Klimaanlage noch mit simplen Details wie elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung oder einem Drehzahlmesser ausstatten lässt. Der Griff zur nächsthöheren Ausstattungslinie für 10 000 Euro ist dann Pflicht, Klima oder Metallic-Lack müssen aber immer noch extra bezahlt werden. Schade auch: Ein ESP ist überhaupt nicht zu haben. Angesichts der niedrigen laufenden Kosten jedoch bleibt der Winzling im Kreise seiner Wettbewerber ein interessantes Angebot.



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