Toyota RAV4: Reifer, schöner und intelligenter

      Toyota RAV4: Reifer, schöner und intelligenter

      Manche Dinge lassen sich nicht aufhalten; jeder wird einmal erwachsen, zumindest größer. So auch der Toyota RAV4. Der kann immerhin für sich in Anspruch nehmen, das er seit seiner Geburt 1994 nicht nur größer und schwerer geworden ist, sondern auch reifer, schöner und intelligenter. Die dritte Generation des Urvaters der kompakten Sport Utility Vehicles (SUV) geht jetzt am 4. März in Deutschland an den Start, für 25 700 Euro, was laut Toyota ausstattungs- und technologiebereinigt nur 600 Euro mehr sein soll, als der RAV4 einfachster Ausstattung der zweiten Generation.

      Den jüngsten Toyota RAV4 gibt es nur noch als Fünftürer, und seine Motorisierung beginnt mit dem 4-Zylinder-Benziner heute da, wo sein Vorgänger aufhörte, mit zwei Litern Hubraum, variabler Ventiltechnik (VVT-i) und 112 kW (152 PS) und einem maximalen Drehmoment von immerhin 194 Netwonmeter (Nm), was für eine Beschleunigung von 10,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 8,6 Litern auf 100 Kilometer reichen soll.

      Spitzenmotorisierung ist der 2.2 D-Cat, ein Dieselmotor mit 400 Nm Drehmoment, 130 kW (177 PS), einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern, einer Beschleunigung von 9,3 Sekunden auf 100 km/h und einer Spitze von 200 km/h. Sein D-Kat hält nicht nur den Feinstaub zurück, sondern reduziert auch den Stickoxidgehalt des Abgases so weit, dass Toyota ihn unwidersprochen einen der saubersten Diesel im Markt nennen darf. Wir kennen den Saubermann bereits aus dem Avensis und dem Corolla Verso.

      Der Feinstaub-Filter fehlt leider zur Zeit noch dem schwächeren 2,2-Liter- D-4D-Motor mit 100 kW (138 PS). Der soll nachgereicht werden, allerdings nicht als Nachrüstsatz, sondern nur in der Serienausstattung. Mit diesem Motor erreicht der RAV4 180 km/h und die 100 km/h in 10,5 Sekunden. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 6,6 Litern liegen.

      Toyota erwartet für den schwächeren Diesel in Deutschland nur einen Marktanteil von fünf Prozent. Den Löwenanteil an den geplanten 18 000 Verkäufen soll mit 60 Prozent der D-Cat bringen. Für den muss man dann aber auch schon tiefer in die Tasche greifen. In der nahezu komplett ausgestatteten Version RAV4 Executive sind 33 800 Euro fällig. Wenn man die besondere Metallic-Lackierung, das elektrische Schiebe-und Ausstelldach sowie die DVD-Navigation einschließlich Rückfahrkamera auch noch nach Hause fahren will, sind es knapp über 38 000 Euro. Dann allerdings bleibt kein Wunsch mehr offen, außer dem nach einem Automatikgetriebe an Stelle der neu entwickelten Sechs-Gang-Schaltung.

      Auch die Basisversion imponiert schon mit einer umfangreichen Ausstattung bis hin zur Klimaanlage und steht so ebenfalls für den Anspruch von Toyota, mit dem neuen RAV4 nicht nur mithalten, sondern eine neuen Messlatte in dieser Klasse aufgelegt zu haben. Selbstverständlich sieht sich das Toyota-Management mit diesem weit in Front vor koreanischen und japanischen Wettbewerbern. Sogar den BMW X3 haben die Kölner im Visier.

      Dieser Anspruch, nun in diesem Marktsegment auch als Premium gesehen zu werden, vermittelt der Neue innen nicht nur durch Gestaltung, Materialien und Verarbeitungsqualität, sondern auch mit seinem Äußeren. Längst hat er das jungenhafte verloren, aber immer noch gibt er sich sportlich, mit deutlicher Hinwendung zu Dynamik, Eleganz und mit offensichtlicher aerodynamischer Qualität. Gewachsen ist er außerdem, in der Länge um 130 mm auf 4,40 m, in der Breite um 70 mm, in der Höhe um 5 mm und beim Radstand um 70 mm. Das kommt den Passagieren und dem Laderaum zugute, der gleich um ein Viertel zunahm und dank seiner voll versenkbaren Rücksitze jetzt bis zu 1752 Liter Fassungsvermögen variiert werden kann.

      Toyota gelang mit dem RAV4 eine vorbildliche Verbindung zwischen Limousine und Kombi mit der Variabilität eines Multi Purpose Vehicles (MPV). Beim Fahren hat man allerdings nie den Eindruck, ein nur nützliches Auto zu bewegen. Sein aufwändiges Fahrwerk mit viel Regelelektronik für komfortables, präzises und sicheres Fahren bewährt sich auf guten und schlechten Straßen. Dennoch verleugnet er seine Gene als Geländewagen nicht. Die Elektronik schafft auch im Gelände das richtige Maß an Kraft an das richtige Rad.

      Aber eigentlich ist der RAV4 zu schön für einen Gewaltakt in Schlamm und Dreck. Gut zu wissen, dass er das kann, aber seine Fahrer werden seine Straßeneigenschaften mehr schätzen als seine Fähigkeiten im Gelände. Schließlich werden sich mit dem Verschwinden des jungenhaften Charakters inzwischen auch andere Käufer als 1994 für den RAV4 entscheiden, ältere Knaben eben, die es genießen, dass nicht nur sie selbst erwachsen sind, sondern auch ihr Auto den Kinderschuhen entwachsen ist.



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