Mazda RX-8: Technik, die begeistert

      Mazda RX-8: Technik, die begeistert

      Es gibt auch Autos für Menschen, bei denen das Fahrerlebnis ganz im Vordergrund steht und alle Überlegungen zur Praktikabilität und Variabilität, Fragen nach Verbrauch und Alltagstauglichkeit weitgehend in den Hintergrund treten. So ein Fahrzeug ist der Mazda RX-8, ein Sportcoupé zu Preisen ab 26 900 Euro, mit dem sich Auto-Enthusiasten prächtig austoben können.

      Dass der Viersitzer voll und ganz aufs Fahren eingestellt ist, beweist schon der Arbeitsplatz des Fahrers: Bei den drei Rundinstrumenten ist der Drehzahlmesser mittig platziert. Die gefahrenen Kilometer oder die Geschwindigkeit werden auf integrierten Displays digital angezeigt. Selbstverständlich nimmt man auf gut ausgeformten Sportsitzen Platz. Das Ganze ist in einer schnittigen Karosserie verpackt, die mit langer Motorhaube, kurzem Heck und flacher Dachlinie über die üblichen Merkmale von sportlichen Fahrzeugen verfügt. Hinzu kommen markentypische Formen wie etwa die seitlich angeschrägten Frontscheinwerfer oder die muskulös ausgestellten Radhäuser, die sich zum Beispiel auch beim Mazda MX-5 finden.

      Optische Besonderheit sind die gegenläufig öffnenden hinteren Seitentüren, die den stressfreien Zugang zur Rücksitzbank ermöglicht. Dort bietet sich dann den Passagieren erstaunlich viel Bewegungsfreiheit, jedenfalls wenn man in Betracht zieht, dass man es mit einem Sportcoupé zu tun hat. Der Kofferraum schluckt mit 290 Litern Fassungsvermögen das Urlaubsgepäck von zwei Personen. Und sogar Isofix-Befestigungen für den Kindersitz sind mit dabei: Worüber Puristen vielleicht die Nase rümpfen mögen, verleiht dem RX-8 den Charakter eines souveränen Grand Tourismo mit akzeptablem Nutzwert im Alltag.

      Die wahren Werte dieses Wagens warten allerdings im Verborgenen: Der Wankelmotor mit 141 kW/192 PS ist ein Meisterstück der Ingenieurskunst, der sich gegenüber dem konventionellen Hubkolbenmotor unter anderem durch sein müheloses Hochdrehen und seine bauartbedingte Laufruhe auszeichnet. Ein wenig Interesse an so viel technischer Raffinesse sollte der RX-8-Fahrer schon mitbringen, zumal der Hersteller ihm eine besondere Sorgfaltspflicht abverlangt. Er ist nämlich dazu angehalten, mindestens bei jedem Tankstopp den Ölstand zu kontrollieren. Denn der Ölverbrauch ist seit jeher eine typische Schwäche des Rotationsmotors. Zur Überwachung dient auch die Öldruckanzeige plus Warnleuchte im Cockpit.

      Schon mit dem 192-PS-Antrieb gelingen sportliche Fahrleistungen vom rasanten Antritt bis zur Höchstgeschwindigkeit von über 220 km/h mit Leichtigkeit. Deshalb kann man auf die stärkere und mindestens 5 400 Euro teurere Motorisierung mit 170 kW/231 PS getrost verzichten. Weitere sportliche Attribute des Hecktrieblers sind das knackige Fünfgang-Getriebe mit kurzen Schaltwegen sowie die erwartungsgemäß harte Fahrwerksabstimmung, die einen guten Fahrbahnkontakt vermittelt, dafür aber nur wenig Federungskomfort bietet. Gebändigt wird die Kraftentfaltung im Notfall von der aufmerksam eingreifenden dynamischen Stabilitätskontrolle DSC und der Traktionskontrolle TCS.

      Nicht zimperlich darf sich der Fahrer des Coupés an der Zapfsäule zeigen, denn der offizielle Verbrauch von 10,6 Litern auf 100 Kilometern wird schnell um gut zwei Liter überschritten. Der Fiskus will zudem 113 Euro im Jahr für die Kfz-Steuer sehen. Für die Haftpflichtversicherung sind beispielsweise bei der AXA 546 Euro einzuplanen.

      Aber mit solchen Zahlen werden sich technikverliebte RX-8-Besitzer nicht lange quälen. Sie behalten lieber im Kopf, dass der Wankelmotor über ein Kammervolumen von zwei mal 654 Kubikzentimeter verfügt oder dass für die Beschleunigung von null auf 100 km/h nur 7,2 Sekunden benötigt werden. Vernünftig ist das vielleicht nicht, aber wer ein Vernunftsauto fahren will, kann sich ja bei den Familienvans oder Kleinwagen umschauen.



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