Mazda6 MPS: Mehr sein als scheinen

      Mazda6 MPS: Mehr sein als scheinen

      Schnell waren die großen Mazdas schon immer. Ob 626 oder die aktuelle Mazda6 Limousine - auf den Autobahnen fallen sie nicht durch Zurückhaltung gegenüber der linken Spur auf. Mit einer Beschleunigung in 6,6 Sekunden auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h setzt der japanische Hersteller mit guten Beziehungen zu Ford jetzt noch einen drauf: den Mazda6 MPS, der um 2,3 Sekunden und 24 km/h schneller ist als der bisher schnellste Mazda 6. Seit vergangenem Wochenende drängt er für einen Preis von 33 830 Euro auf den deutschen Markt.

      MPS steht für Mazda Performance Series, also für höchste Leistung. Und in der Tat ist der Mazda6 MPS mit seinem Vier-Zylinder-Turbo Direkteinspritzer von 191 kW/ 260 PS, einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmeter bei 3000 Umdrehungen pro Minute und einem Leistungsgewicht von 6,4 Kilogramm pro PS die stärkste Serienlimousine, die je bei Mazda entstand.

      Trotz dieses Superlativs übt sich das Auto beim Design als Limousine mit Stufenheck eher in Zurückhaltung. Kraftvoll, aber nicht "prollig" will der MPS wirken. Und in der Tat unterstreichen die Veränderungen der Karosserie zwar den Anspruch, sich mit den starken Audi A 4 3,2 FSI und den entsprechenden Typen von BMW und Alfa zu messen. Aber die um 40 Millimeter für den Turbolader angehobene Motorhaube, die neue Schnauze mit größerem Lufteinlass, die Seitenschweller und das Heck mit Anleihen beim hauseigenen Sportwagen RX-8 und Spoiler unterstreichen diesen Anspruch, ohne ihn zu laut in Szene zu setzen. Mehr sein als scheinen, lautet die Devise.

      Der Mazda6 MPS lässt sich aber nicht auf Design und pure Kraft reduzieren. Eine Menge an Technik sorgt für Eigenschaften, die sportliches Fahren ermöglichen. Zum Beispiel mit einer um die Hälfte größeren Verwindungssteifigkeit und erst recht mit dem Allradantrieb, dem die Elektronik und Sperrdifferenzial an der Hinterachse jeweils das richtige Drehmoment pro Rad zuteilt. Auch das Fahrwerk wurde straffer abgestimmt, allerdings nicht so straff, dass der Fahrer und seine maximal vier Passagiere unter der sportlichen Fahrweise stets zu leiden hätten. Der Komfort reicht allemal, um mit dem Mazda6 MPS auch größere Strecken angehen zu können, ohne die Insassen in Stress zu bringen.

      Zum stressfreien Fahren trägt auch der Innenraum bei, der mit hochwertigen, gut verarbeiteten Materialien gewiss nicht spartanisch-sportlich, sondern eher sachlich und edel wirkt. Auch das Drei-Speichen-Lenkrad sowie die Instrumente mit Chromeinfassungen und die Mittelkonsole haben ihren Anteil, sie präsentieren sich in einem Titanlook, nur unterbrochen vom Klavierlack des Radio-Bedienfelds. Gut konturierte Ledersitze mit Memoryschaltung geben sich ebenfalls edel, unterstützen aber die sportliche Fahrweise durch guten Seitenhalt. Der Fahrer erlebt die Sportlichkeit direkter als seine Beifahrer, denn er bedient Alu-Pedale mit Gumminoppen und hat eine neu entwickelte Sechs-Gang-Schaltung zur Hand, deren Abstufung das Ausdrehen der Gänge ermöglicht, was bei dem spontan ansprechenden Motor das halbe Vergnügen ausmacht.

      Aktive und passive Sicherheit entsprechen dem gehobenen Stand der Technik: Xenon-Scheinwerfer, vergrößerte Bremsen in 18-Zoll-Rädern mit 215/45-er Reifen, ESP und der Allradantrieb sorgen für aktive Sicherheit, das volle Airbag-Programm für die passive. Außerdem zieht sich das Bremspedal bei einem Unfall diskret aus dem Innenraum zurück.

      Die Ausstattung ist komplett bis hin zur Klimaautomatik und zum CD-Radio mit Bose-Soundsystem. Nur zwei Posten umfasst die Liste der Zusatzausrüstungen: das DVD-Navigationsgerät kostet 2300 Euro und ein elektrisches Glasschiebedach noch einmal 790 Euro. Alles in allem kommt also nicht gerade ein Schnäppchen-Preis zusammen, aber ein angemessener.

      Beim Verbrauch soll sich der kapp 1,7-Tonnen schwere Wagen mit durchschnittlich etwas mehr als 10 Litern auf 100 Kilometer begnügen. Ein Narr ist, wer meint, damit durch den Alltag zu kommen. Zu groß ist die Versuchung, einen D-Zug-Zuschlag zu akzeptieren, weil das so viel Vergnügen bereitet, wenn die Lieben mal nicht mit an Bord sind.

      Aber dieser MPS hat nicht nur sinnlichen Reiz zu bieten. Mit 380 Kilogramm ist die Zuladung des Viertürers zwar nicht gerade opulent, doch ausreichend. Und sein Kofferraum fasst maximal immerhin 455 Liter. Leider lässt sich die Rücksitzbank nicht umlegen, und auch der so genannte Skisack fehlt. Das mag abschrecken, auch wenn die maximale Dachlast von 100 Kilogramm Ausweichmöglichkeiten bietet.

      Familienväter hergehört! Hier kommt ein sportlicher Mazda, der auch von der Familie akzeptiert werden könnte. Mal sehen, wie viele sich zu diesem Wolf im sportlich geschnittenen Schafspelz bekennen. Mazda erwartet in aller Bescheidenheit für dieses jedenfalls noch rund 1000 Zulassungen in Deutschland und 3000 für ganz Europa. Da ist vielleicht mehr drin, wenn bei der nächsten 6-er Generation auch über Kombis und Fließheck-Limousinen nachgedacht wird. Auf jeden Fall will Mazda in Zukunft für jede Baureihe eine MPS-Variante anbieten. Das ist dem neuen Image als Zoom-Zoom-Marke geschuldet, was immer dieser Kunstbegriff heißen mag.



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