Mazda5: Cleveres Klapp-Konzept

      Mazda5: Cleveres Klapp-Konzept

      Es gibt eckige und runde, schöne und nicht so schöne, geräumige und enge, deutsche und japanische, französische und koreanische Kompaktvans: Dafür, dass man bis Anfang der 90er Jahre diese Klasse in Deutschland kaum kannte, hat sich innerhalb kürzester Zeit eine erstaunliche Vielfalt von Raumwundern herausgebildet. Der Kunde findet inzwischen bei praktisch jedem namhaften Hersteller einen Fünf-, Sechs- oder Siebensitzer, der auf den überschaubaren Abmessungen eines Kompaktwagens einen luftigen und flexiblen Innenraum für den alltäglichen Familienbedarf bietet.

      Einer der jüngsten Mitbewerber ist der neue Mazda5. Als Besonderheit auf der Habenseite des ab 21 300 Euro erhältlichen Siebensitzers - als Fünfsitzer kostet er 19 600 Euro - stehen zwei seitliche Schiebetüren und ein besonders leicht zu bedienendes Sitzkonzept. In Windeseile lassen sich die beiden hinteren Sitze zu einer ebenen Ladefläche umklappen und wieder hervorzaubern. Notwendig ist nur jeweils ein leichtes Ziehen mit einer Hand an einem Riemen. Der siebte Sitz versteckt sich in der mittleren Reihe in der Sitzfläche des linken Sitzes, sollte allerdings nur für kürzere Strecken als Notbehelf genutzt werden.

      Die in der Praxis häufigste Konfiguration dürfte daher der bequeme Vier-Personen-Betrieb sein, wobei die hinteren beiden Sitze umgeklappt sind, der als Notsitz konzipierte Mittelstuhl der zweiten Reihe wird als praktische Ablagefläche eingesetzt. So bietet der Mazda5 ein großzügiges Raumgefühl und einen mit 426 Litern Volumen ausreichend großen Kofferraum an. Und sollten tatsächlich einmal sieben Personen Platz nehmen, so wird es für jeden Passagier der hinteren Reihen ziemlich eng, und der Kofferraum schmilzt dabei auf 112 Liter zusammen. Durch die weit nach oben öffnende Heckklappe und die niedrige Ladekante ist das Gepäckabteil leicht zu bedienen. Fahrer und Beifahrer finden ideale Platzverhältnisse vor, die Sitze sind angenehm straff und bieten genügend Auflagefläche für die Oberschenkel. Das Cockpit ist im typischen, sachlich-sportlichen Mazda-Stil mit Rundinstrumenten und selbsterklärender Bedienung gehalten.

      Unabhängig davon, wie viele Leute mitfahren wollen: Die beiden Schiebetüren sind ein echtes Highlight des Fahrzeugs. Vor allem in engen Parklücken weiß man den bequemen Einstieg zu schätzen, die weit öffnenden Türen sind aber auch in jeder anderen Situation ein Komfortgewinn. Zugleich lassen sie sich ohne großen Kraftaufwand bedienen und fallen stets sicher ins Schloss.

      Wie praktisch alle Vans dieser Größe basiert auch der Mazda5 auf einem technisch verwandten Kompaktwagen: Aufgebaut ist er auf einer verlängerten Version der Kompakt-Plattform aus dem Ford-Konzern, die auch dem Mazda3 und dem Ford Focus als Basis dient. Diese Plattform gewährt ein vergleichsweise agiles Fahrverhalten mit direkter Lenkung, straffer Federung und einer grundsätzlichen Bereitschaft, Kurven zügig und präzise zu durchfahren. Gleichwohl kann auch der Mazda5 seinen immerhin 1,67 Meter hohen Aufbau nicht leugnen und quittiert abrupte Richtungswechsel mit deutlichen Wankbewegungen der Karosserie.

      Nicht überzeugen kann der Basisbenziner mit 1,8 Litern Hubraum und 85 kW/115 PS wegen seines meist dröhnenden, wenig geschmeidigen Motorlaufs, seiner insgesamt angestrengt wirkenden Kraftentfaltung und eines unverhältnismäßig hohen Alltagsverbrauchs von mehr als zehn Litern. Das sind gut zwei Liter mehr als in der Werksangabe. Besser bedient ist man daher mit einem der beiden Dieselmotoren oder auch dem stärkeren, seidiger laufenden 2,0-Liter-Benziner. Weitere Fixkosten sind die jährliche Steuerbelastung von 122 Euro und 437 Euro für die Haftpflichtversicherung in der SF 1 bei der AXA. Einen Pluspunkt gibt es für den nahe am Lenkrad in der Mittelkonsole platzierten Schalthebel, einen Minuspunkt für den nur schwer einzulegenden fünften Gang der ansonsten präzise geführten Schaltkulisse.

      Alles in allem macht der Mazda5 einen sehr soliden Eindruck und kann in der umkämpften Klasse vor allem mit den Schiebetüren und dem kinderleicht zu bedienenden Sitzkonzept überzeugen. Wegen des enttäuschenden Basismotors ist allerdings das Geld in ein stärkeres Aggregat gut angelegt.



      Quelle

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