Mosley stellt Michelin-Erklärung in Frage

      Mosley stellt Michelin-Erklärung in Frage

      Dass Teile des Briefwechsels zwischen Michelin und der FIA an die Presse ausgehändigt wurden, nahm die oberste Sportbehörde zum Anlass, den gesamten Briefwechsel zu veröffentlichen. Dabei wird ersichtlich, dass die FIA von Michelin eine genaue Erklärung möchte, warum die Reifen in Indianapolis den Belastungen nicht standhielten. Zudem soll eine externe Expertengruppe die Reifenschäden der vergangenen Jahre untersuchen.

      Bereist zwei Tage nach dem "Geister-Rennen" in Indianapolis bat FIA-Präsident Max Mosley um eine genaue Klärung. Michelin gab bekannt, dass die Reifen den Belastungen der Steilkurve (Kurve 13) nicht gewachsen waren. Doch Ricardo Zontas Reifenschaden geschah inmitten des Infields. Die FIA wollte diesbezüglich eine Klärung erhalten. Zudem habe die FIA Kenntnis über zwei Reifenschäden bei Testfahrten erhalten und zweifelt zudem an, dass einige Reifenschäden der Vergangenheit allein auf herumliegende Trümmerteile zurückzuführen waren.

      FIA möchte Klarheit über Michelins Reifenschäden
      Mosley bat daher um "volle Details der Schäden, die in den vergangenen zwei Jahren an den Reifen auftraten". Diese Daten sollen einem Expertenteam vorgelegt werden. Für Michelin, die keine vertragliche Beziehung zur FIA haben, könnten sich - je nach Ausgang der Untersuchung - dennoch ernste Folgen ergeben.

      So sollen die Reifen der Franzosen "zu Problemen mit der Reifenschulter neigen", wie Mosley schrieb. Sollte die Expertenmeinung dies bestätigen, so könnten die Stewards in Magny-Cours eine Abnahme der Michelin-Autos aufgrund des Artikels 127 des Sportlichen Reglementes verweigern, da das Fahrzeug damit als gefährlich eingestuft werden würde.

      Ganz direkt zweifelte der Michelins Erklärung der Reifenschäden an. Michelin erklärte, dass sich die Umstände in besagter Kurve kurzfristig änderten. Die Sicherheit war somit nicht mehr zu garantieren. "Das ist eine außergewöhnliche Aussage", konterte Mosley. "Die Gegebenheiten in Kurve 13 sind seit 100 Jahren die gleichen, und Michelin ist viele Male dort gefahren. Hat Michelin denn tatsächlich keine Möglichkeit, die Bedingungen im Vorfeld am Computer zu simulieren?"
      Weit wichtiger ist der FIA die Klärung, warum die Geschehnisse nicht vermieden werden konnten. Dass Reifenprobleme auftreten können, ist in einem Umfeld wie der Formel 1 verständlich. Doch Michelin habe es verpasst, einen passenden zweiten Reifen mit in die USA zu nehmen. "Wir können Ihrer Behauptung, Michelin hätte "alles getan, um ein wahres und sicheres Rennen zu gewährleisten", nicht zustimmen", hieß es im Schreiben.

      Mosley: "Eine Schikane stellte keine Option dar"
      "Sie brachten keinen sicheren Zweitreifen mit zum Rennen und ihre Zuständigen weigerten sich offensichtlich, eine andere als die Schikanenlösung zuzulassen", so Mosley. "Jeder, der Kenntnis über den internationalen Sportlichen Kodex der FIA oder über das amerikanische Rechtsklima hat, weiß, dass eine Schikane niemals eine Option dargestellt hätte."
      Und: "Die Aussage in dem Brief ihrer Firma vom 27. Juni an das World Council, die Vorschriften der Formel 1 würden nicht "verlangen, dass ein Lieferant Reifen zur Verfügung stellt, welche keiner Abnutzung unterliegen würden oder die in extremen Situationen nicht platzen", ist außergewöhnlich", so der Brite deutlich. "Was wäre die Formel 1 ohne "extreme Situationen"."

      Lob kam immerhin für den Vorstoß der Franzosen, die Zuschauer in Indianapolis zu entschädigen. Dennoch "zweifelt die FIA die Darstellung der Ereignisse von Michelin an", heißt es in einem Statement. Sollte sich nicht eine Klärung ergeben, so könnte sich die nächste Farce schon bei der technischen Abnahme der Boliden in Magny-Cours ergeben.

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