Ferrari trifft am US-Skandal keine Schuld

      Ferrari trifft am US-Skandal keine Schuld

      Vor Ort in Indianapolis hatte Ferrari am vergangenen Sonntag einen schweren Stand: Obwohl Michael Schumacher mysteriöserweise viele jubelnde Fans gehört haben will, wurde er während der Siegerehrung in Wahrheit gnadenlos ausgebuht - genau wie sein Teamkollege Rubens Barrichello.

      Ein Fan schrie stellvertretend für viele "Fuck Ferrari", ein anderer warf seine rote Kappe in den nächsten Mülleimer. Dabei können die Italiener in Wahrheit am allerwenigsten für den sportpolitischen Skandal beim US-Grand-Prix.

      Ausgelöst wurde das Nichtantreten der Michelin-Teams ausschließlich von Michelin selbst - hätte man sich in Clermont-Ferrand besser auf das Wochenende und auf die Steilkurve vorbereitet, hätte es nie Probleme gegeben.
      Die FIA hatte es dann in der Hand, in Form einer Schikane das Rennen zu retten, doch ihr Präsident Max Mosley legte telefonisch sein Veto ein. Ferrari hatte mit all dem überhaupt nichts zu tun - und wenn auch sie die Autos vom Rennen zurückgezogen hätten, hätten die Fans gar nichts zu sehen bekommen.

      Frank Williams schlägt sich auf Ferraris Seite
      Sogar BMW WilliamsF1 Teamchef Frank Williams sieht das so: "Ferrari war in dieser Affäre total unschuldig", erklärte der Brite in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Reuters".

      "Für sie gab es ja keinen Grund, nicht am Rennen teilzunehmen." Ferrari-Boss Jean Todt empfindet das naturgemäß ähnlich: "Man entschließt sich dazu, an einem Rennen teilzunehmen, und dann nimmt man daran auch teil. Das haben wir gemacht", erklärte er.

      Das Gerücht, wonach Ferrari die Schikane verhindert habe, entkräftete Todt noch vor Ort: "Das stimmt nicht. Wir hatten damit nichts zu tun. Wenn jemand sagt, dass wir nicht zugestimmt haben, dann stimmt das einfach nicht. Man hat uns nie gefragt", sagte er.

      Aber: "Ob wir zugestimmt hätten oder nicht, ist eine andere Geschichte, aber ich kann jetzt ehrlich sagen, dass wir es nicht getan hätten. Aber wir wurden wie gesagt gar nicht erst gefragt."

      Michael Schumacher befürchtete nach dem Rennen, dass das nicht an die Öffentlichkeit durchdringen und somit ein falsches Bild entstehen könnte: "Es ist in der Vergangenheit schon sehr oft gelungen, uns den schwarzen Peter zuzuschieben. Das wird man auch jetzt versuchen. Mal schauen, inwiefern das gelingt oder nicht. Im Endeffekt sind die Fakten so, dass wir nicht verantwortlich für die Fehler unserer Konkurrenz sind", unterstrich der Deutsche.

      "Viele Leute scheinen das nicht zu verstehen"
      Teamkollege Barrichello äußerte sich ähnlich: "Wenn man sich anschaut, wie es gelaufen ist, könnten die Fans meinen, dass alles Ferraris Schuld ist, aber das ist nicht wahr. Viele Leute scheinen das nicht zu verstehen. Michelin hat gesagt, dass eine Schikane das Rennen sicher gemacht hätte."

      "Ich sehe das nicht so. Eine Schikane für das Rennen zu errichten, ohne jemals damit trainiert zu haben, halte ich sogar eher für gefährlich. Dann müsste man ja erst im Rennen den Bremspunkt finden", teilte er mit.

      Aber wenn Ferrari keine Schuld trägt, warum hast du dich dann auf dem Podium nicht gefreut, Rubens? "Es war ein Rennen mit sechs Autos. Ich erinnere mich noch an Zeiten wie damals in Rio, als wir 36 Autos hatten und als Vorqualifikation gefahren werden musste. Ein Rennen mit sechs Autos bereitet niemandem Freude", gab er zu Protokoll. Außerdem meinte er, das Fiasko sei zwar "traurig" für die US-Fans gewesen, aber nicht wirklich tragisch: "Tragisch war Imola 1994."

      Fakt ist, dass Ferrari mit einer dezidierten Zustimmung zur Schikane anstatt einer Enthaltung das Rennen möglicherweise hätte retten können, doch das ist schließlich Angelegenheit der Sportbehörde und nicht eines Teams.

      Darüber hinaus ist fraglich, was der Formel 1 - zumindest langfristig - mehr schadet: ein Geisterrennen mit sechs Autos oder dass die Regeln nach Lust und Laune zurechtgebogen werden können, wenn einmal jemand einen Fehler macht...

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