Tag der Entscheidung in Paris

      Tag der Entscheidung in Paris

      Seit heute Morgen tagt in Paris der Weltmotorsportrat der FIA. Vor dem 26-köpfigen Gremium müssen sich jene sieben Michelin-Teams, die beim US-Grand-Prix in Indianapolis nur die Einführungsrunde zurücklegten, für ihr Verhalten rechtfertigen.
      Die möglichen Strafen reichen von Geldbusen bis hin zu Rennsperren. FIA-Präsident Max Mosley möchte hart durchgreifen, doch nicht alle Vertreter des World Councils würden eine drakonische Entscheidung mittragen wollen.

      Auch wenn Michelin die Reifenprobleme in Indianapolis verursacht hat, so können sie nicht von der FIA belangt werden, denn die Franzosen sind lediglich Vertragspartner einiger Formel-1-Teams. Eine rechtliche Bindung zur FIA besteht nicht.

      Der französische Reifenhersteller äußerte im Vorfeld der Verhandlung aber seinen Unmut darüber, wie sich die FIA öffentlich über die Geschehnisse in Indianapolis äußerte. Dass Michelin nun eine Entschädigung für die Fans vor Ort anbot, könnte die Entscheidung zugunsten der Teams beeinflussen.

      Lauda: "Das Problem war nicht lösbar"
      Für Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist die Vorladung vor dem Weltmotorsportrat nicht ungewöhnlich. "Damit habe ich gerechnet", erklärte er in der "Motorsport aktuell". "Die FIA hinterfragt jetzt den Regelverstoß. Mosley will die bestrafen, die die Grand-Prix-Spielregeln missachtet haben." Dabei hätte es in Indianapolis nicht so weit kommen müssen, dass die Michelin-Teams auf einen Start verzichten. Beide Seiten machten Vorschläge, zu einer Einigung kam es jedoch nicht.

      "Das Problem war nicht lösbar, weil wir seit Jahren die Problematik des Concorde-Abkommens haben", so Lauda. "Außerdem wird die Situation erschwert, weil zwischen Ferrari und dem Rest der Welt ein Bruch entstanden ist. Hätte man wie früher noch alle unter einer Haube gehabt, wäre es möglich gewesen, einen Kompromiss auszuarbeiten. Das Rennen wäre gesichert gewesen."
      Doch die momentane Uneinigkeit der Formel 1 setzte sich auch in den Versuchen einer Konfliktlösung in den USA fort: Die eine Seite wollte partout nicht auf die Vorschläge der jeweils anderen Seite eingehen. Der Machtkampf über die Zukunft der Formel 1 ist allgegenwertig und steht bei Streitigkeiten aller Art einer konstruktiven Lösung im Weg.

      Indianapolis als Ansporn für gemeinsame Lösungen
      "Man sollte alle Teams einsperren wie bei der Papst-Wahl", schlug Lauda vor. "Es muss so schnell wie möglich ein Weg eingeschlagen werden, damit alle Teams gemeinsam an der Zukunft der Formel 1 arbeiten." Darüber hinaus sollte das "Geister-Rennen" in den USA nicht zu einer weiteren Spaltung führen, sondern ein Zeichen für alle Beteiligten sein.

      "Für alle vernünftig denkenden Menschen sollte Indianapolis ein Zeichen sein", so Lauda. "Je später die anderen Rennställe auf den fahrenden Zug, auf dem Ferrari bereits sitzt, aufspringen, desto mehr müssen sie akzeptieren. Dieses Debakel sollte den Konzernen die Augen öffnen. Sie müssen jetzt gemeinsam eine Lösung finden."

      Eine harte Bestrafung seitens der FIA könnte einer schnellen Kompromissfindung jedoch im Wege stehen. Die heutige Entscheidung hat also eine weitreichende Bedeutung für die Formel 1. Sollte der Weltmotorsportrat der Meinung sein, dass die sieben Michelin-Teams das Rennen in den USA absichtlich boykottiert haben, und harte Strafen verhängen, so könnte es bereits in Magny-Cours zu einer erneuten Eskalation kommen.

      quelle:gmx
      "Immer wenn ich ein Schild mit Tempolimit 30 sehe, denke ich man muss ja nicht alles glauben, was man sieht!"

    Weitere Partner von Jacatu:

    Schrubbkarre  Cheats  Team Vogt  Oldieboard  Automarkt  Auto  Versicherungvergleich online  Auto Magazin  TitanXXL