Wenn Navigationssysteme Ärger machen

      Wenn Navigationssysteme Ärger machen

      Für Geschäftsleute und andere Vielfahrer ist das Navi nicht mehr wegzudenken. Umso ärgerlicher, wenn es Probleme macht. Inzwischen beschäftigen einige Fälle die Gerichte.
      Irrweg: Ein Rheinländer kaufte für 50 000 Euro einen Neuwagen mit Navi. Der Wagen lief, der elektronische Pfadfinder nicht: Etliche Straßen waren unbekannt, manche Empfehlung entpuppte sich als Umweg. Als das GPS nach einem Austausch des Bordmonitors und einer Neukodierung des Rechners immer noch verrückt spielte, trat der entnervte Rheinländer vom Kaufvertrag für das Auto zurück.

      Das Autohaus legte sich quer: Wegen eines Navigationssystems dürfe er nicht gleich den ganzen Wagen zurückgeben. Doch, sagten die Richter. Nach zwei fehlgeschlagenen Nachbesserungsversuchen sei die gesetzliche Voraussetzung für den Rücktritt gegeben. Es handle sich zudem nicht um einen "geringfügigen Mangel". Da der Austausch des Geräts 2 500 Euro gekostet hätte, könne man nicht von einer Bagatelle sprechen (Oberlandesgericht Köln, 3 U 70/06).

      Extras: Ein Geschäftsmann ließ das neue Firmenauto aufrüsten und orderte ein Autotelefon, Breitreifen und ein Navigationssystem. Doch das Auto war ständig kaputt. Nach mehreren erfolglosen Reparaturversuchen gab der Mann die Karosse zurück – und verlangte vom Verkäufer für die später eingebauten Extras 5 000 Euro.

      Mit Erfolg: Die Richter werteten Navi, Breitreifen und Autotelefon als "vergebliche Aufwendungen", die zu erstatten seien. Vergeblich gekauft seien Extras auch dann, wenn sie nicht wie geplant genutzt werden könnten (Bundesgerichtshof, VIII ZR 275/04).

      Langfinger: Diebe brachen über Nacht das Auto eines Niedersachsen auf und klauten das mobile Navigationssystem aus der "Schwanenhals-Halterung" auf dem Armaturenbrett. Die Kaskoversicherung konstatierte grobe Fahrlässigkeit und weigerte sich zu zahlen. Zu Recht: Das gut sichtbare und nur lose installierte Gerät sei für Langfinder besonders attraktiv gewesen, so die Richter. Der Mann hätte es über Nacht mitnehmen müssen (Landgericht Hannover, 8 S 17/06).


      Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 45, 05.11.2007
      "Immer wenn ich ein Schild mit Tempolimit 30 sehe, denke ich man muss ja nicht alles glauben, was man sieht!"

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