Kurzer Weg von der Zapfsäule zum Gericht

      Kurzer Weg von der Zapfsäule zum Gericht

      Karambolagen mit dem Hintermann, Fehlgriffe bei der Spritwahl, dreiste Diebe – Tankstellen sind riskantes Terrain. Häufig ist der Weg von der Zapfsäule in den Gerichtssaal kurz.
      Blechschaden

      Ein Autofahrer wollte das Tankstellengelände verlassen, ein anderer genau das Gegenteil – dummerweise zur selben Zeit am selben Ort. Es kam zum Crash, und der Fall ging vor Gericht. Dort entschieden die Richter: Beide seien schuldig, aber der Ausfahrer etwas mehr. Deshalb müsse er auch 75 Prozent des Schadens bezahlen. Denn Fahrer, die ein Tankstellengelände verlassen wollen, müssten gegenüber dem fließenden Verkehr erhöhte Vorsicht walten lassen (Landgericht Hannover, 8 S 280/98).

      Bußgeld

      Wer beim Rückwärtsfahren an der Zapfsäule seinen Hintermann streift, muss 35 Euro Bußgeld wegen "Verstoßes gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht" berappen. Diese Erfahrung machte ein Autofahrer aus Sachsen, der sich an der falschen Zapfsäule eingeordnet hatte und daraufhin versuchte, im Rückwärtsgang umzuparken. Dabei rammte er einen hinter ihm stehenden Lkw. Immerhin: Das von der Verkehrsbehörde geforderte Bußgeld von 60 Euro wurde vor Gericht auf 35 Euro reduziert (Oberlandesgericht Dresden, Ss (OWi) 650/06).

      Fehlgriff

      Ein älterer Aushilfsfahrer irrte sich bei der Wahl des Sprits für den Firmenwagen und tankte Super statt Diesel. Der Fehlgriff erwies sich als teuer, die Reparatur des Motors kostete 5 000 Euro. Doch der Pechvogel wollte nicht zahlen, woraufhin ihn sein Arbeitgeber vor den Kadi zog. Muss er aber, sagten die Richter. Zum falschen Zapfhahn zu greifen, sei "grob fahrlässig". Schließlich seien alle Säulen deutlich beschriftet (Landesarbeitsgericht Mainz, 7 Sa 631/03). Auch Versicherungen haben für Tankschussel wenig Verständnis. Ein Beifahrer aus Duisburg nutzte die Pinkelpause des Fahrers, um den Wagen vollzutanken. Statt Diesel füllte er den Mercedes jedoch mit normalen Kraftstoff. Auch er musste die 7 484 Euro teure Motorreparatur bezahlen (Landgericht Duisburg, 11 O 105/05).


      Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 39, 24.09.2007
      "Immer wenn ich ein Schild mit Tempolimit 30 sehe, denke ich man muss ja nicht alles glauben, was man sieht!"

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