Versicherung muss trotzdem zahlen

      Versicherung muss trotzdem zahlen

      Der Autodiebstahl sei nur vorgetäuscht, teilte die Versicherung einer Kundin mit, die in der Schadensanzeige nur zwei Autoschlüssel angegeben hatte, obwohl sie vier besaß. Damit kam die Assekuranz vor Gericht aber nicht durch. Sie müsse zusätzlich Vorsatz oder zumindest grobe Fahrlässigkeit nachweisen.

      HB KÖLN. Wie das Internet-Portal „Anwalt-Suchservice“ berichtet, war einer Versicherungsnehmerin in Berlin ihr Audi S 8 gestohlen worden. Für das Luxusauto hatte sie eine Kaskoversicherung mit 150 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen. Nachdem die Frau den Diebstahl bei der örtlichen Polizeidienststelle angezeigt hatte, meldete sie den Kaskoschaden ihrer Versicherung.

      Doch die weigerte sich zu zahlen. Die Versicherte habe in der Schadensanzeige fälschlicherweise angegeben, bei dem Kauf des Wagens nur zwei und nicht vier Originalschlüssel erhalten zu haben, argumentierte die Assekuranz. Anschließend habe sie ihr auch nur zwei Wagenschlüssel ausgehändigt und erst auf ihre Anfrage hin die beiden fehlenden Schlüssel nachgereicht. Das sei eine vorsätzliche Obliegenheitsverletzung und begründe in diesem Fall eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für einen vorgetäuschten Autodiebstahl.

      Die Versicherte behauptete dagegen, nur zwei Schlüssel benutzt zu haben. Die anderen beiden habe sie nach dem Kauf in eine Schublade gelegt und dann vergessen. Der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Düsseldorf sah eine so genannte Erstattungsverpflichtung der Versicherung (Urt. v. 18.7.2007 – 11 O 139/06), die also zahlen musste.

      Die Falschangabe in der Schadensanzeige sei zwar als objektive Obliegenheitsverletzung zu werten, so das Gericht. Doch sei diese nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig erfolgt, sondern aus bloßer Nachlässigkeit. Eine solche einfache Fahrlässigkeit lasse aber die Leistungsverpflichtung der Versicherung unberührt. Anders hätte es dagegen ausgesehen, so die Richter, wenn an den später übersandten Fahrzeugschlüsseln etwa Kopierspuren infolge einer Nachschlüsselherstellung zu sehen gewesen wären.

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