Elektronischer Keil verkürzt den Bremsweg auf Schnee und Eis

      Elektronischer Keil verkürzt den Bremsweg auf Schnee und Eis

      Eine elektronische Keilbremse (EWB) kann den Anhalteweg auf Schnee und Eis um bis zu 15 Prozent verkürzen. Das Revolutionäre: Die EWB funktioniert völlig ohne Hydraulik. Jedes Rad hat seine eigene Bremszange, Bremsscheibe und Bremsklötze, die rein elektronisch gesteuert werden.
      Tests in Nordschweden ergaben, dass der Prototyp der EWB, den Siemens VDO entwickelt hat, ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde nach 64,5 Metern zum Stehen bringt. Im Durchschnitt benötigen vergleichbare Wagen der Mittelklasse mit hydraulischen Bremsen sowie Antiblockiersystem (ABS) bei derselben Geschwindigkeit rund 75 Meter. An dem Punkt, an dem das Fahrzeug mit der EWB bereits vollständig abgebremst ist, sind konventionell gebremste Fahrzeuge noch 30 Stundenkilometer schnell.

      Experten des Automobilzulieferers haben die Tests unter Aufsicht von Prüfern der Dekra, des Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Vereins, im Norden Schwedens durchgeführt – in Arjeplog knapp 100 Kilometer südlich des Polarkreises und rund 900 Kilometer nördlich von Stockholm. Die mehrtägigen Fahrversuche hätten die Computerberechnungen mehr als bestätigt, so das Unternehmen. Siemens VDO wird die Erkenntnisse nun in die Weiterentwicklung der EWB einfließen lassen. Das neue Bremssystem sei in drei Jahren serienreif.

      Die elektronische Keilbremse könnte die Bremsentechnik verändern, weil sie völlig ohne Hydraulik funktioniert. Jedes Rad hat seine eigene Einheit mit Bremszange, Bremsscheibe und Bremsklötzen, die rein elektronisch gesteuert werden. Herz der EWB ist ein Keillager, das durch ihre besondere geometrische Form eine Selbstverstärkung der Bremse erreicht. So kann ein Elektromotor, der das Rollenlager bewegt, mit relativ geringer Energie eine große Bremswirkung erzielen: Der Bremsklotz wird durch die Drehung des Rades mitgezogen und überträgt so große Kräfte auf die Bremsscheibe. Der Elektromotor hält den Bremsklotz auf dem Rollenlager in der Position mit der optimalen Bremskraft. Sensoren überprüfen dabei Tausend Mal pro Sekunde die Lage des Bremsklotzes.

      Hydraulische Systeme, wie sie in praktisch allen Autos verwendet werden, reagieren trotz ABS und Bremskraftverstärker prinzipbedingt träger. Bis sich nach dem Tritt aufs Bremspedal der Druck in dem mit Flüssigkeit gefüllten System aufbaut, vergehen wertvolle Millisekunden. Bei der EWB laufen alle Signale elektronisch. Nach ihrer Einführung kann zudem auf die Produktion gesundheitsschädlicher Bremsflüssigkeit verzichtet werden. Allein für alle Neufahrzeuge in Deutschland werden pro Jahr mindestens 5,4 Millionen Liter benötigt – das sind umgerechnet rund 2 200 Tankzüge.

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